Exkursion nach Delbrück zu DENABA-Anlage

19.12.2017

19.12.2017 Delbrück. Noch kurz vor Weihnachten 2017 fand eine von der BürgerEnergieWende Schaumburg e.V. organisierte Exkursion zu einer Biogas-Kleinanlage in Nordrhein-Westfalen statt. Die sieben Interessenten fuhren gemeinsam in einem Fahrzeug – im Sinne des Klimaschutzes - zur Besichtigung der „bäuerlichen Biogasanlage“. In dem ländlich gelegenen Delbrück OT Boke traf die Gruppe den Geschäftsführer der Firma BioTec NRW GmbH, Herrn Oliver Klein, der auf seinem Firmengelände, einer Hofstelle, eine kleine Festsubstrat-Biogasanlage betreibt.
 

Die von von der Firma DeNaBa GmbH gefertigte Anlage, die auch als Festsubstratfermenter bezeichnet wird, wurde Jahr 2011 in Betrieb genommen. Die Biogas-Kleinanlage mit einer Leistung von 75 kW wurde als Kompaktanlage mit drei Kammern gebaut und ist komplett isoliert. Unter dem Dach befindet sich der Folienspeicher und im Perkolatbehälter im Kellerbereich wird das Substrat in einem geschlossenen System angefeuchtet und gelangt in den Fermenter. Im Blockheizkraftwerk (BHKW) findet die Stromerzeugung statt, die Abwärme wird auf dem Hof in eigenen Gebäuden und Gewächshäusern genutzt. Der Hofeigner Klein führte aus, dass er so unabhängig von den steigenden Öl- und Gaspreisen ist.

 

Die Biogaserzeugung geschieht durch Trockenvergärung bzw. Feststofffermentation. Der Trockenmassegehalt liegt in der Regel über 15 - 16 % und das Substrat ist nicht mehr pumpfähig.

Ganz anders als typische Biogasanlagen, die in der Regel mit Gülle oder Mais versorgt werden, können in Festsubstratfermenter landwirtschaftliche Reststoffe mit hohem Trockenmassegehalt als Gärsubstrat verwandt werden. Dabei handelt es sich um den klassischen Mist, Grünschnitt und Landschaftspflegereste in Form von Gras von Naturschutzflächen.

 

In der besichtigten Anlage werden 80 % Festmist und 20 % Landschaftspflegematerial als Substrat eingesetzt. Nur ein Mal wöchentlich wird die Anlage gefüttert und stellt damit einen fest planbaren Arbeitsbedarf dar. Täglich sind zwar Kontrollen durch Sicht erforderlich, auch muss ein Filter täglich gereinigt werden, aber all dies erfordert nur einen geringen Zeitaufwand.

 

Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten arbeitet die Biogas-Kleinanlage laut Klein nun seit Jahren wirtschaftlich mit einem Jahresumsatz von rund 137.000 EUR. Allerdings wird auf dem Betrieb kein Vieh gehalten, so dass rund 52.000 EUR Substratkosten für den Kauf von Festmist jährlich entstehen. Das Landschaftspflegematerial kann der Anlagenbetreiber unentgeltlich von der in der Nähe gelegenen Ökologischen Station beziehen.

 

Im Ergebnis wurde deutlich, dass mit dieser Biogas-Kleinanlage nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz bei der Energieerzeugung geleistet wird, sondern auch eine ökonomische Wertschöpfung für den Betrieb gesichert ist.

 

Aufgrund der Anlagengröße, der Festsubstratnutzung und aufgrund der leichten Bedienbarkeit mit den auf dem Hof vorhandenen Maschinen sind Biogas-Kleinanlagen insbesondere für kleine landwirtschaftliche Betriebe mit Tierhaltung auf Stroh geeignet, sagte der Betriebseigner. Sogar Nebenerwerbsbetriebe und Biobauern und kleinere Kommunen können Biogas-Kleinanlagen einsetzen. Zudem haben Biogas-Kleinanlagen nur einen geringen Platzbedarf.

 

Teilnehmer an der Exkursion:

1. Christian Deterding, Wiedensahl, DENABA und BEnW
2. Hannes Kohlenberg, Bückeburg, Schatzmeister BEnW
3. Michael Sokoll, Bückeburg, Stadtwerke Schaumburg-Lippe, Bereichsleiter Netz
4. Angelo Koci, Bückeburg BEnW
5. Dr. Imke Hennemann-Kreikenbohm, Nenndorf OT Riepen, Landschaftsplanerin
6. Willi Klusmeier, Bückeburg, Kreisvorstand Die Grünen und BEnW
7. Dipl. Biologin Jessica Meißner, Wagenfeld-Ströhen, Dt. Verband für Landschaftspflege

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Exkursion nach Delbrück zu DENABA-Anlage

Fotoserien zu der Meldung


Exkursion nach Delbrück zu DENABA-Anlage (19.12.2017)

Impressionen.